Familientreffen im Robbenbecken des Zoo Heidelberg

Die jungen Robben wurden erfolgreich mit den anderen Mähnenrobben zusammengeführ
Die jungen Robben wurden erfolgreich mit den anderen Mähnenrobben zusammengeführt. (Foto: Zoo Heidelberg)

Schwimmen mit den Großen

Der Nachwuchs bei den Heidelberger Mähnenrobben ist nun ein gutes Vierteljahr alt. Zeit, die Artgenossen im Zoo Heidelberg kennenzulernen. Bisher waren die beiden Robbenjungs mit ihren Müttern Maike und Lea im separaten Außenbereich der Robbenanlage unterwegs. Am letzten Wochenende war es dann soweit: Die beiden im Juli geborenen Jungrobben durften zum ersten Mal in den großen Außenpool.  Am Freitag erkundeten sie zunächst alleine mit ihren Müttern in Ruhe das neue Terrain, bevor es am Wochenende spannend wurde. Das  Zusammentreffen mit den anderen Mähnenrobben verlief sehr harmonisch. Inzwischen schwimmen die Kleinen ganz selbstverständlich mit den Älteren im Becken und genießen sichtlich die vielen Spielmöglichkeiten auf der Anlage.

Die Integration der beiden Robbenjungs in die Gruppe ihrer Artgenossen erfolgte zur Sicherheit der Jungtiere schrittweise. „Zu Beginn wussten die beiden Kleinen noch nicht genau, was sie auf dem neuen Gelände erwartet und hielten sich zunächst in der Nähe des vertrauten Mutter-Kind-Beckens auf. Dann siegte aber offensichtlich doch die Neugier und sie erforschten ausgiebig den großen Pool und den Rest der Anlage“, berichtet Sandra Reichler, Kuratorin im Zoo Heidelberg.

Als am Wochenende das große Familientreffen anstand, durften erst nur die anderen Weibchen der Gruppe zu den beiden Jungtieren und ihren Müttern. Die Zootierpfleger beobachteten dabei aufmerksam die Reaktionen der älteren Tiere. Alles klappte problemlos, sodass nun auch der 360 kg schwere Atos, Leitbulle und Vater der beiden, hinzukommen konnte. Atos zeigte auch gleich großes Interesse an seinen beiden Söhnen und begrüßte die zwei sehr liebevoll in der Gruppe. Als echter Papa kuschelt er auch ab und zu mit seinen beiden Jungs. „Es ist sehr beeindruckend, wenn man den mächtigen Robbenbullen und die beiden knapp 30 kg schweren Jungtiere gemeinsam auf der Anlage beobachtet. Wir sind gespannt, wie sich die beiden Robben weiterentwickeln und wie sie sich in der Gruppe verhalten werden. Bisher sieht alles gut aus!“, freut sich Revierleiter Andreas Fackel. Auch einen Namen werden die Kleinen bald bekommen – die Tierpfleger im Zoo Heidelberg sind gerade dabei, zwei passende Namen auszuwählen.

Nach der harmonischen Zusammenführung mit den beiden Jungrobben ist die Gruppe nun komplett. Mit insgesamt acht Tieren, Lea und Maike mit den beiden Jungtieren, Kelo, Awa, Sneaky und Bulle Atos, ist die Heidelberger Mähnenrobbengruppe eine der größten und erfolgreichsten Zuchtgruppen in einem deutschen Zoo. Seit 1999 gibt es im Zoo Heidelberg regelmäßig Nachwuchs bei den Mähnenrobben, die zweimal täglich, außer freitags, bei der kommentierten Fütterung ihre Fähigkeiten zeigen.

Hintergrundinformation: Mähnenrobben

Mähnenrobben sind Wasserraubtiere und zählen zu den Giganten der Meere. Mähnenrobbenjunge werden von ihren Müttern mindestens sechs Monate gesäugt, bevor sie das erste Mal Fisch fressen. Ausgewachsene Mähnenrobbenbullen können ein Gewicht von 500 Kilo erreichen. Das Verbreitungsgebiet der mächtigen Meeressäuger erstreckt sich entlang der Pazifikküste Südamerikas von Peru bis Feuerland und entlang der Atlantikküste bis nach Südbrasilien. Dort engagiert sich der Zoo Heidelberg auch für den Schutz der Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum, indem er die Naturschutzorganisation YAQU PACHA e.V., unterstützt, die sich für den Schutz der Meeressäuger in Südamerika einsetzt.

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