Eröffnung der neuen Außenanlage für die Goldgelben Löwenäffchen

Löwenäffchen mit Jungtier auf dem Rücken. Foto von Heidrun Knigge

Heidelberg, 14.7.2011 / Richter S. Die Goldgelben Löwenäffchen können sich über Ihre neue Außenanlage freuen. Ermöglicht wurde der Bau durch die großzügige Spende in Höhe von 10.000 Euro von der „Karlheinz und Margot Bender Stiftung“. Die Stiftung wurde im Jahr 2009 nach dem Ableben von Margot Bender errichtet und unterstützt auch Heidelberger Pflegeheime und Kinderprojekte. Sie wird durch Ihren Stiftungsvorstand, Ulrich Herzog, vertreten.

Das großzügige Innengehege inmitten der tropischen Vegetation des Menschenaffenhauses konnte dank der Unterstützung durch die „Karlheinz und Margot Bender Stiftung“ um ein Außengehege erweitert werden, wodurch die Haltung der Löwenaffen noch näher an das Ideal herankommt. Der von Bambus und anderer natürlicher Vegetation eingerahmte, weiträumige Landschaftskäfig kann von den Tieren durch einen Laufgang erreicht werden, der über einen Teich und die Besucherbrücke führt. Der Anbau ermöglicht den Löwenäffchen nach lebenden Insekten zu jagen und die natürlichen Elemente wie Wind, Sonne und Regen zu genießen.

Die Goldgelben Löwenäffchen gehören zu den schönsten und auffälligsten Affen überhaupt. Ihren Namen verdanken sie der prächtigen, goldfarbenen Mähne, die das feingliedrige Gesicht umrahmt. In freier Wildbahn bewohnen die zur Gattung der Krallenaffen gehörenden Primaten ausschließlich die letzten Regenwaldgebiete Brasiliens. Löwenäffchen leben in kleinen Familiengruppen von bis zu zehn Tieren und weisen ein stark ausgeprägtes Sozialverhalten auf. Dieses äußert sich zum Beispiel darin, dass die Aufzucht der Jungtiere, meist sind es Zwillinge, von der ganzen Familie übernommen wird. Vater und Geschwister betreuen die Kleinsten liebevoll und übergeben sie oft nur zum Säugen an die Mutter.
Diese Familienidylle ist jedoch stark durch die fortschreitende Abholzung des Tropischen Regenwaldes im südöstlichen Brasilien und die Jagd bedroht. Anfang der 80er Jahre wäre diese Primatenart gar fast komplett ausgerottet worden. Nur durch die Wiederansiedlung von im Zoo geborenen Tieren konnten die Löwenäffchen gerettet werden. Die Nachzucht wird durch das internationale Zuchtbuch genauestens koordiniert. Dadurch wird eine gesunde Population gewährleistet, die bei Bedarf jederzeit wieder in der freien Natur angesiedelt werden kann. Das Goldgelbe Löwenäffchen ist daher ein berühmtes und erfolgreiches Beispiel dafür, wie die Zoos zum Überleben von Tierarten im Freiland beitragen.

Die im Zoo Heidelberg lebenden Löwenäffchen Alfredo und Ilona kommen diesem Auftrag erfolgreich nach und so konnte im März 2010 der erste Zwillingsnachwuchs präsentiert werden, der sich schnell zu den Lieblingen der Besucher entwickelte. Im Juni 2011 konnten wir uns erneut über die Geburt eines gesunden Jungtieres freuen.