Erhaltungszucht

Goldkatzen-Blick von Kater "Saigon". Großartiges Foto von Rose von Selasinsky

Erhaltungszucht - eine wichtige Aufgabe für die heutigen Zoos

Die natürlichen Lebensräume vieler Tierarten sind stark gefährdet. Den Tiergärten wird dadurch die Aufgabe zuteil, seltene Tiere zu züchten und darüber hinaus die Besucher auf die Bedrohung ihrer Ursprungsgebiete hinzuweisen. Jeder Einzelne kann einen Beitrag zur Bewahrung der Natur – auch vor der eigenen Haustür – leisten. Die Bestände mancher Tierarten sind in freier Wildbahn so rückläufig, dass sie nur durch die Haltung und gezielte Vermehrung in Menschenobhut vor der Ausrottung bewahrt werden können. Dazu wurden zentral koordinierte Europäische Erhaltungszuchtprogramme (EEP) geschaffen, an denen sich viele Zoologische Gärten beteiligen. Der Zoo Heidelberg beteiligt sich an einigen dieser Europäischen Erhaltungszuchtprogrammen und führt das EEP für die Asiatische Goldkatze.

Durch diese Aufgabe ergibt sich für viele Zoologische Gärten zusätzliche Arbeit, zumal einige dieser Arten – wie zum Beispiel der Waldrapp (ein von der Ausrottung bedrohter Ibisvogel) – von vielen Besuchern nicht als attraktive Schautiere angesehen werden. Die Erhaltungszuchtprogramme dienen nicht dazu, die natürlichen Lebensräume dauerhaft zu ersetzen. Die intensive Pflege und Zucht bedrohter Arten soll auch auf die Gefährdung ihrer natürlichen Lebensgrundlagen hinweisen. Erst wenn die Gründe für die Gefährdung bekannt sind und geeignete Schutzstrategien umgesetzt worden sind, werden einzelne Arten wieder angesiedelt.

Im „Kielwasser“ der besonders attraktiven „Flagschiffarten" wie Seeadler und Goldgelbem Löwenäffchen überlebt auch eine Vielzahl höchst bedrohter unscheinbarer Tierarten desselben Lebensraumes. Die Liste der erfolgreichen Wiederansiedlungsprojekte – von der Wildkatze in Bayern bis zur nordafrikanischen Addaxantilope – wird immer länger.

Der Heidelberger Zoo beteiligt sich aktuell an 16 Europäischen Erhaltungszuchtprogrammen (EEP), darunter das EEP für Asiatische Goldkatzen, das von der Kuratorin des Heidelberger Zoos, Frau Sandra Reichler, koordiniert wird. Sie ist außerdem EEP-Committee-Mitglied bei den EEPs für Gorilla, Schimpanse und Orang-Utan. Die Taxon Advisory Groups (TAGs) sind Spezialistengruppen, in denen das in den Zoos gesammelte Wissen über die verschiedenen Tierarten zusammengetragen und zur Verbesserung der Haltung in den Zoos aber auch zum Schutz der freilebenden Artgenossen eingesetzt wird. Die europäische Spezialistengruppe für Eulen wird vom Heidelberger Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann geleitet. Weiterhin engagiert sich der Tiergarten in den TAGs für Katzen, Altweltaffen und Große Menschenaffen.

  • Waldrapp: In Europa bereits ausgestorben, gibt es jetzt ein Projekt, das die Wiederansiedelung von Nachzuchten aus den Zoos zum Ziel hat.
  • Roloway-Meerkatze: Der Heidelberger Zoo engagiert sich besonders für den Schutz dieser seltenen Affenart.
  • Sumatra-Tiger: Zahlreiche Tiger wurden in den vergangenen Jahren in Heidelberg geboren und dann zur Zucht an andere Zoos weitergegeben.
  • Roter Flamingo: Flamingos züchten nur in Gruppen, in denen sich die Paare gegenseitig zur Fortpflanzung stimulieren.
  • Asiatische Goldkatze: Das EEP für diese Art wird von Heidelberg aus koordiniert.
  • Roter Panda: 2002 wurde erstmals im Heidelberger Zoo ein Jungtier bei den roten Pandas aufgezogen.
  • Mähnenrobben werden nur selten in Zoos gehalten und gezüchtet.
  • Eulen: Seit seiner Gründung werden im Heidelberger Zoo verschiedene Eulenarten gehalten und gezüchtet.
  • Kugelgürteltier: Der Heidelberger Zoo ist stolz auf die regelmäßigen Zuchterfolge bei den Kugelgürteltieren.