Ein weißes Wüstenschiff

Ein Trameltier und ein Tierpfleger mit einer Flasche
Foto Trampeltier von Susanne Fischer

Die Fellfarbe Weiß scheint der Sommertrend im Heidelberger Zoo zu werden. Nachdem die Geburt eines weißen Stinktieres die Pfleger sehr überraschte, ist nun ein weißes Trampeltier auf die Welt gekommen. Allerdings ist bei den Trampeltieren das weiße Fell nichts Ungewöhnliches. Die Mutter und die Großmutter des kleinen Kamels sind weiß gefärbt und  die Farbgene der mütterlichen Linie sind dominant gegenüber denen des braunen Kamelhengstes Django, der Vater aller in der Gruppe geborenen Jungtiere ist.

Leider kümmerte sich Faya nicht ausreichend um ihr Fohlen und ließ es zu Beginn nicht trinken. Mit viel Mühe konnten die Tierpfleger sie bewegen, wenigstens für einige Tage das Saugen des Jungtieres zu dulden. Dann war Fayas Milch versiegt und es wurde entschieden, das Jungtier weiter mit der Flasche groß zu ziehen. Inzwischen ist die kleine Kamelstute, die auf den Namen Nala getauft wurde, an die Fütterung von Menschenhand gewöhnt. Tagsüber sind die Tierpfleger im Einsatz und abends reichen die auf dem Zoogelände wohnenden Mitarbeiter den Schlummertrunk.

Mittlerweile können Besucher Nala immer öfter auf der Außenanlage sehen und schmunzelnd beobachten, wie sie mit noch etwas unsicheren Schritten die Anlage und natürlich ihre Herde kennenlernt. Trampeltiere leben in Herdenverbänden, die aus Stuten, Fohlen und meist nur einem erwachsenen Hengst bestehen. Trampeltiere gehören zur Gattung der Großkamele. Von denen gibt es zwei domestizierte Formen: das einhöckerige Dromedar, das vor allem in Nordafrika, Vorderasien, Indien und Australien gehalten wird und das zweihöckerige Trampeltier, das in Innerasien als Last- und Nutztier weit verbreitet ist. Die Wildform des Trampeltieres zählt zu den seltensten Großtieren der Erde.

Noch ist es möglich, für die kleine Nala eine Patenschaft zu übernehmen. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an die Kuratorin des Zoo Heidelberg Sandra Reichler (sandra.reichler @ heidelberg.de).

Fotonachweis: Susanne Fischer

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