Ein (kleiner) Sieg im Kampf gegen die (Vogel)Malaria

Ein Vogel sitzt beobachtend auf einem Pfahl
Inka-Seeschwalbe sitzend

Im Zoo Heidelberg wurde eine wirksame Methode gefunden, Vögel gegen eine Infektion mit den Erregern der Vogelmalaria zu schützen. Medikamentelle Prophylaxe und Mückenbekämpfung gehen Hand in Hand um die empfindlichen Inka-Seeschwalben zu schützen.

Malaria ist eine der bedeutendsten Krankheiten der Welt. Jedes Jahr erkranken über 200 Millionen Menschen an Malaria, vor allem in den warmen Gebieten Afrikas, Asiens und Südamerikas. Weit weniger bekannt ist die - für Menschen völlig ungefährliche - Vogelmalaria: Ein Plasmodium, ein einzelliger Parasit, ist in den Vogelpopulationen weltweit verbreitet. Er wird von Stechmücken übertragen und gelangt beim Biss der Mücke in die Blutbahn der Vögel. Einige Vogelarten, die in ihren natürlichen Lebensräumen wenig mit den Parasiten in Berührung kommen, sind besonders empfindlich: Pinguine und die im Zoo Heidelberg gehaltenen Inka-Seeschwalben. Sie stammen von den windgepeitschten Küsten Perus, wo fliegende Mücken einen schweren Stand haben und eher als „vom Winde verweht“ denn als erfolgreiche Blutsauger enden. 

Im Zoo Heidelberg geht Dr. Julia Stockklausner, Fachtierärztin für Zoo- und Wildtiere, das Problem „Vogelmalaria“ ganzheitlich an. Zum einen bekommen die Vögel in den besonders wichtigen Monaten Juni und Juli ein Medikament über das Futter, das die meisten der Plasmodien tötet, die in die Blutbahn der Vögel gelangen. Da nur die Inka-Seeschwalben so empfindlich sind, geben sich die Tierpfleger besondere Mühe, das Medikament gezielt einzusetzen. Spezielle Futterplätze, die für die mit den Inka-Seeschwalben in einer WG lebenden Kampfläufer, Zwergsäger und Stelzenläufer schwer erreichbar sind, stellen sicher, dass vor allem   die agilen Südamerikanern behandelt werden und nicht die über 60 Vögel, die das Küstenpanorama mit ihnen teilen.  Die zweite Komponente des Kampfes gegen die Vogelmalaria ist die biologische Mückenbekämpfung: Im enger Kooperation mit der KABS (Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage) werden Wasserflächen im Zoo mit einem Eiweiß auf der Basis von Bacillus thuringiensis israelensis angereichert. Dieses Eiweiß führt zur Zerstörung der Darmzellen der Mückenlarven und tötet diese gezielt ab. Andere Organismen bleiben davon unbeschadet. Positiver Nebeneffekt der Mückenbekämpfung: Alle andere warmblütigen Tiere profitieren von der geringen Mückenzahl – nicht zuletzt auch die Menschen.

Fotos: Zoo Heidelberg

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