EAZA Südostasien-Kampagne 2012/13

Wir sagen DANKE!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der europäische Zoo- und Aquarienverband EAZA führt seit 2000 jedes Jahr eine Kampagne durch, um Artenschutzprojekte zu unterstützen. Wie alle Zoos, die Mitglied der EAZA sind, nimmt auch der Zoo Heidelberg regelmäßig mit eigenen Aktionen teil. Die Hauptziele der Kampagnen sind, auf bedrohte Tierarten aufmerksam zu machen und entsprechende Projekte mit Geldspenden zu unterstützen.

  • Die EAZA-Kampagne 2012/213 widmet sich bedrohten Tierarten in Südostasien.
  • Die Kampagne möchte auch auf kleinere, unbekannte Tierarten (ab einem Kilo Gewicht) aufmerksam machen, die in ihrem Lebensraum ebenso gefährdet sind wie die großen bekannten asiatischen "Flagschifftierarten", wie z.B. Tiger oder Orang-Utan.
  • Ziel der „EAZA Southeast Asia Campaign“ ist es, einen Fond in Höhe von 750.000 Euro einzurichten. Die Gelder fließen in nachhaltige Projekte vor Ort.

Der Zoo Heidelberg beteiligt sich 2012 / 2013 mit informativen Veranstaltungen wie Artenschutztagen und Spendenaktionen an dieser Kampagne.

Auch im Zoo Heidelberg leben zahlreiche Tiere aus Südostasien

  • Sumatra-Tiger
  • Asiatischer Elefant
  • Orang-Utan
  • Asiatische Kurzkrallenotter
  • Binturong
  • Asiatische Goldkatze
  • Tigerpython
  • Papua-Hornvogel
  • Rhesusaffe
  • Hulman 
  • Rohrkatze 
  • Spitzhörnchen

Hintergrundinformation

Mystisch ist das richtige Wort, um Südostasien und die dort lebenden geheimnisvollen Tiere zu beschreiben. In den undurchdringlichen Wäldern Malaysias, Vietnams, Myanmars und den Philippinen kann man vielen seltenen und einzigartigen Tieren, wie den scheuen Saolas, den imposanten Kaiserreihern oder den kraftvollen Sunda-Gavialen, einer kleinen Krokodilart, begegnen.
Die meisten dieser Tiere sind weltweit unbekannt. So wurden die schönen Saolas erst 1993 in den regenreichen Wäldern Vietnams entdeckt, was als Sensation galt, da Ende des 20. Jahrhunderts sehr selten neue Säugetierarten entdeckt wurden. Eine Saola (lat. Pseudoryx nghetinhensis) oder Vietnamesisches Waldrind ist eine bis zu einem Meter große Mischung aus Rind und Antilope und kann bis heute nicht eindeutig einer Gattung zugerechnet werden. Wurden die braunen Tiere mit dem grazilen Kopf früher wegen ihrer beiden Hörner, die bis zu 50 Zentimeter lang werden können, noch zu den Ziegenartigen gezählt, ist heute die Verwandtschaft mit Rindern belegt. Saolas zählen heute zu den seltensten Huftieren der Welt.

Die größte Bedrohung für die einzigartigen Bewohner Südostasiens ist der illegale Handel, für den sie aus verschiedenen Gründen gejagt und getötet werden.
Der Handel mit Haustieren und Trophäen ist ein großes Problem. So findet man auf vielen asiatischen Märkten illegale Wildtierprodukte wie Modeartikel, Kunstgegenstände und Jagdtrophäen, die als Souvenir, teures Geschenk oder prestigevolles Statussymbol an Touristen und Einheimische verkauft werden.Von der IUCN (internationale Union für die Bewahrung der Natur und natürlicher Ressourcen) werden die sanften Saolas wie auch die eleganten Kaiserreiher (lat. Ardea insignis) als „critically endangered“, also „vom Aussterben bedroht“ eingestuft, die kleinen Sunda-Gaviale (lat. Tomistoma schlegelii) als „endangered“, also „stark gefährdet“ und die mächtigen Gaur (lat. Bos gaurus), eine asiatische Rinderart, als „gefährdet“ („vulnerable“).

Gefährdung und Aberglaube
Für die die traditionelle asiatische Medizin wird nach wie vor Wilderei betrieben. Manchen Tieren bzw. Tierteilen, wie einem Schildkrötenpanzer oder einem Horn, werden immense Heilkräfte zugeschrieben. Daher werden diese immer noch in Heiltränken und Heilpulvern verwendet. Als proteinreiche Nahrungslieferanten werden die schönen Tiere nicht unbedingt zum Nahrungserwerb gejagt, sondern vielmehr aus dem Glauben heraus, dass Stärke, Kraft und Potenz des getöteten Tieres mit dem Verspeisen auf den Jäger übergehen.

Lebensraumverlust

Für die faszinierenden südostasiatischen Tiere ist der enorme Verlust ihrer Lebensräume neben dem illegalen Handel die gravierendste Gefahr durch den Menschen. So werden vermehrt Straßen in bis jetzt unberührte Gebiete gebaut, was wiederum den illegalen Handel begünstigt, da nun einfacher in die artenreichen Wälder Südostasiens vorgedrungen werden kann und gejagte Tiere leichter abtransportiert werden können. In Vietnam führt zum Beispiel die Ho Chi Minh Road quer durch die Annamite Mountains, einem der wichtigsten Lebensräume der Saolas.
Geschützt werden müssen aber nicht nur die Wälder, sondern auch die außergewöhnlichen Feuchtgebiete in den großen Flussdeltas Südostasiens, da sie einen unvergleichlichen Lebensraum darstellen, sich leider auch für die Landwirtschaft eignen und daher fast immer in fruchtbares Ackerland umgewandelt werden. Als untergeordnete Bedrohungen können allgemein die Umweltverschmutzung, die wachsende Bevölkerung und der damit einhergehende Platzmangel und die Einwanderungen neuer, nicht-südostasiatischer Spezies genannt werden, die die einheimischen Arten verdrängen.

Filme und Links: