EAZA Klimakampagne "Pole-to-Pole" 2014/15

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www.poletopolecampaign.org

Der Europäische Zooverband EAZA ruft zur neuen Artenschutzkampagne auf. Das Motto  für die Jahre 2014/2015 lautet „Pole to Pole“

Die mittlerweile elfte Auflage der EAZA-Schutzkampagne setzt den Fokus auf die Lebensräume an Nord- und Südpol, die vor allem durch die fortschreitende globale Erwärmung und das damit verbundene Abschmelzen der Polkappen gefährdet sind. Mit dem Rückgang des Eises verschwindet auch der Lebensraum zahlreicher Tierarten. Von der EAZA wurden beispielhaft zwei einzigartige und charismatische Arten als Botschafter auserkoren: Der Eisbär, der den Nordpol repräsentiert und der Königspinguin als Vertreter des Südpols.

Warum sind der Schutz und die Erhaltung der Pole so wichtig?

In der Arktis und Antarktis leben tausende Tierarten, die ausschließlich in diesen Regionen vorkommen. Diese einzigartigen Lebensräume beeinflussen ihrerseits andere Ökosysteme auf der ganzen Welt. Dies beginnt schon im ganz Kleinen: Die Gewässer der Arktis und Antarktis besitzen den größten Reichtum an Plankton - mikroskopisch kleinen Tieren und Algen - weltweit, welches am Anfang sämtlicher mariner Nahrungsketten und -netze steht. Das Plankton des Nord- und Südpols dient vielen Krebsen, Weichtieren und Fischen als Nahrungsgrundlage, welche wiederum von größeren Fischen, unzähligen Vogelarten und vielen Säugetieren, darunter nicht zuletzt dem Menschen, erbeutet werden.

Ziele der Pole to Pole Kampagne

  • Die Kampagne soll möglichst Kohlendioxid-neutral gestaltet werden, d.h. zum Beispiel, dass so wenig wie möglich Flyer, Poster und andere Materialen gedruckt werden sollen
  • Die EAZA möchte politischen Entscheidungsträgern eine Petition zur Reduktion von Kohlenstoffdioxid-Emissionen präsentieren und sie zur Änderung von Gesetzen anregen
  • Doch nicht nur Politiker werden von der Kampagne angesprochen, ein Ziel ist auch, das Verhalten von Schülern, Zoobesuchern und Zoomitarbeitern positiv zu beeinflussen.

„Pull the Plug“ (Zieh den Stecker) heißt deshalb nur eine der Handlungsaufforderungen der EAZA im Rahmen der Pole to Pole-Kampagne. Sie ist ein Beispiel dafür, wie jeder Einzelne von uns durch kleine Veränderungen im Alltag einen täglichen Beitrag zum Klimaschutz – und zum Schutz der Pole – leisten kann.

 

Das globale Klima hängt von den Polgebieten ab

Mit steigenden Temperaturen schmelzen die Eiskappen der Pole. In der Folge steigen auch Wassertemperatur und Meeresspiegel. Letztendlich geraten hierdurch die immens wichtigen Meeresströmungen aus dem Gleichgewicht - mit weitreichenden Folgen: Findet kein Austausch der Wassermassen der Ozeane mehr statt, kommt es zum Zusammenbruch der Verteilung der Nährstoffe in den Weltmeeren. Zudem findet auch kein Temperaturaustausch zwischen wärmeren und kälteren Gewässern mehr statt. Dies führt wiederum dazu, dass sich die warmen Regionen der Erde weiter erwärmen, während kältere Gebiete weiter abkühlen. Allein in Europa würde die Durchschnittstemperatur um 6 Grad Celsius sinken, bei gleichzeitig trockenerem Klima! Auch wenn sich dies zunächst vielleicht nicht so schlimm anhört: Bei derart kühlen Temperaturen wären Landwirtschaft und Getreideanbau vielerorts nicht mehr möglich; weltweit gesehen würde die Anzahl von dramatischen Hungersnöten steigen.

Doch was ist CO2 eigentlich? Der Mensch beeinflusst das Klima

Kohlendioxid ist chemisch gesehen ein geruchs- und geschmackloses Gas, das das Leben auf der Erde erst ermöglicht: Alle Pflanzen benötigen Kohlendioxid als einen Grundstoff zur Fotosynthese. Als „Abfallprodukt“ entsteht dabei Sauerstoff, der wiederum für uns und und unsere Mitgeschöpfe lebensnotwendig ist. Unsere Atmosphäre ist ein kleines Wunderwerk der Natur. Sie enthält die sogenannten Treibhausgase, die wie ein Schutzschild den Erdball umgeben. Diese verhindern, dass die von der Erde kommende Wärme ins All entweicht. Dieser natürliche Schutzschild der Erde ist gefährdet. Denn Industrie, Haushalte und Verkehr erhöhen fortlaufend den Anteil der Treibhausgase, vor allem die des Kohlendioxids. Durch die Verbrennung fossiler Rohstoffe (Erdöl, Erdgas, Kohle) und Brandrodungen der Regenwälder werden unzählige Tonnen an Kohlendioxid ausgestoßen, welche den natürlichen Treibhauseffekt verstärken und zur weiteren Erwärmung des Klimas führen. Der Ausstoß weiterer Treibhausgase wie Methan, Stickoxide (z.B. in Autoabgasen) und Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW’s) verstärkt diesen „anthropogenen“, also vom Menschen verursachten Treibhauseffekt noch weiter.

Die Folge der Erhöhung der Treibhausgase ist, dass sich unsere Atmosphäre unnatürlich stark aufheizt. Wenn es nicht gelingt, die steigende Erwärmung zu begrenzen, wird das weltweit weit reichende Folgen haben: Der Meeresspiegel könnte nach Expertenschätzungen bis zum Jahr 2100 um 10-90 cm ansteigen. Küstenregionen und tief gelegene Inselstaaten würden dann überflutet. Wüsten werden sich ausbreiten und Gletscher abschmelzen.

Die Größenordnung des Problems

Das Umweltbundesamt hält ein jährliches Aufkommen von 2,5 Tonnen Kohlendioxid pro Kopf für umweltverträglich. Allein in Deutschland verursacht jeder Bürger durchschnittlich jedoch 11,1 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr! Der Durchschnitt der gesamten Weltbevölkerung liegt mit 6,8 Tonnen ebenfalls deutlich über dem Wert des Umweltbundesamtes. Ein beträchtlicher Anteil des Kohlendioxid wird dabei nicht von Industrie, Autos, Flugzeugen, etc. produziert, sondern schleichend durch elektronische Haushaltsgeräte, Handys und PCs im Standby-Betrieb. Diese Geräte auszuschalten brächte einem gewöhnlichen Haushalt eine Verminderung des jährlichen Kohlendioxid-Ausstoßes von zirka 300 Kilogramm und eine Ersparnis von bis zu 150 Euro!

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