Die produktivste Ecke des Zoos: Nachwuchs bei den Kängurus, Präriehunden und afrikanischen Zwergziegen

Possierlich und flink: Nachwuchs bei den Präriehunden. Foto von Heidrun Knigge

Heidelberg, 25. Mai 2011 / S. Richter Im Zoo Heidelberg trägt der Weg zwischen Streichelgehege und Präriehunden einen neuen Spitznamen: Babygasse. Denn in jedem Gehege sind Jungtiere angekommen: Bei den Präriehunden hat sich quirliger Nachwuchs eingestellt. Zwei der possierlichen Nagetiere wurden bereits gesichtet. Aber da Präriehunde sich gerne auch in ihren Höhlen aufhalten, kann es gut sein, dass in den nächsten Tagen noch weitere der flinken Zwerge mit ihrer Spielfreude die Zoobesucher erfreuen. Der Name Präriehund ist irreführend – denn mit Hunden haben die geselligen Tiere nichts zu tun. Präriehunde sind keine Raubtiere, sondern Nagetiere, die zur Familie der Hörnchenartigen gehören. Als solche sind sie verwandt mit den Murmeltieren und den Streifenhörnchen. Ihren Namen haben sie wegen ihrer bellenden Rufe erhalten. Sie leben in den weiten Gras- und Steppenlandschaften Nordamerikas. Zum Schutz gegen Kälte und vor Feinden wie Greifvögeln, Silberdachsen oder Kojoten legen die Präriehunde unterirdische Höhlen und weit verzweigte Tunnelsysteme an. Präriehunde sind soziale Tiere, die ihre unterschiedlichen Aufgaben an alle Familienmitglieder verteilen: Sie pflegen sich gegenseitig das Fell und helfen sich bei der Betreuung der Jungtiere. Auch werden die Eingänge zu ihren „Wohnungen“ immer bewacht. Entdeckt ein Präriehund einen möglichen Feind, so stößt er einen „bellenden“ Ruf aus, woraufhin sich alle Präriehunde verstecken. Nebenan bei den Roten Riesenkängurus gibt es ebenfalls Nachwuchs. Während die älteren Jungtiere schon auf dem Gelände umher hüpfen, zieht der jüngste „Joey“ – wie die Kängurujungen in Australien genannt werden – noch den schützenden Beutel von Mama vor. Kängurubabies kommen als winzige, gering entwickelte Wesen zur Welt und wiegen bei der Geburt weniger als eine Maus. Sie müssen in den ersten Lebensstunden den Weg durch das Fell in den mütterlichen Beutel allein bewältigen. Dort angekommen, saugen sie sich erst einmal an einer der beiden Zitzen fest und sind für über drei Monate nicht zu sehen. Danach beginnt die Phase, in der sich das kleine Känguru jetzt befindet. Die Außenwelt wird aus dem Beutel heraus erkundet, der Beutel aber noch kaum verlassen. Mal schaut ein Bein oder Schwanz heraus und manchmal ist sogar ein kleiner Kopf mit Ohren zu sehen – oder von jedem etwas gleichzeitig. Erschreckte Zoobesucher haben schon angerufen, ob das Kleine auch gesund ist und sich hoffentlich nichts gebrochen hat. Der Zoo kann beruhigen: Es er-freut sich bester Gesundheit und ist gelenkig wie alle kleinen Kängurus. Es dauert nicht mehr lange, dann beginnt es den „Außendienst“. Von seinen Exkursionen kehrt das Jungtier aber immer wieder rasch in den mütterlichen Beutel zurück. Die Roten Riesenkängurus sind die größten Beuteltiere der Welt und stammen aus den trockenen Regionen Inneraustraliens. Noch ein Gehege weiter im Streichelzoo gibt es wieder viele Ziegenkinder, die nur darauf warten, von den Menschenkindern gestriegelt und gestreichelt zu werden.