Die letzten Ihrer Art: Bürgermeister Wolfgang Erichson übernimmt Patenschaft für seltene Roloway Meerkatze

Patentier und Pate nehmen hinter der Scheibe Kontakt auf

Heidelberg, 20. Mai 2011, S. Richter Wieselflink turnt das Kleine durch das Gehege, während Eltern „Manou“ und „Owen“ vom frisch gebackenen Paten Ihres Kindes eines ihrer Lieblingsleckerlis – Heuschrecke pur – entgegen nehmen. Wolfgang Erichson, Bürgermeister für das Dezernat Integration, Chancengleichheit und Bürgerdienste der Stadt Heidelberg, hat sich mit dem jüngsten Nachwuchs im Zoo Heidelberg ein ganz besonderes Patentier ausgesucht. Roloway-Meerkatzen sind seltener als der Große Panda und zählen zu den weltweit am stärksten bedrohten Affenarten. Die ausgesprochen schönen Tiere mit ihren langen, weißen Bärten, dem schwarz-braun glänzenden Fell und eleganten Bewegungen kommen ausschließlich in bestimmten Gebieten feuchter Regenwälder im westlichen Ghana und der östlichen Elfenbeinküste vor. Sie stehen durch Bejagung und Rodung riesiger Flächen der Regenwälder am Rande des Aussterbens. „Wir freuen uns sehr darüber, dass Wolfgang Erichson mit der Roloway Meerkatze das Symboltier des Artschutzengagements unseres Zoos zu seinem Patentier gewählt hat“, begrüßt Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann die Entscheidung des Bürgermeisters. „An wohl keiner anderen Tierart lässt sich so gut verdeutlichen, wie wichtig der Zoo für den Arten- und Naturschutz ist. Aufgrund ihrer Attraktivität und Verwundbarkeit versinnbildlicht die Roloway-Meerkatze wie keine andere Spezies das Schutzbedürfnis ihres gesamten Ökosystems“. Das am 11. März geborene Affenkind gehört zu den etwa 30 Roloway Meerkatzen, die in den Zoos weltweit gehalten werden. Der Zoo Heidelberg hält mit sieben Tieren ein Viertel des Weltbestandes dieser Tierart in menschlicher Obhut. Nicht nur bei der Zucht in Menschenobhut ist der Heidelberger Zoo führend, auch den Schutz der Tiere in ihren Heimatländern Ghana und Elfenbeinküste hat der Zoo Heidelberg mit seinem Artenschutzprojekt WAPCA e.V. zu seinen wichtigsten Aufgaben gemacht. Seit vielen Jahren engagiert sich der Zoo für den Schutz der bedrohten Primatenarten vor Ort. Das Projekt „West African Primate Conservation Action“ (WAPCA) wurde 2001 vom Heidelberger Zoo gegründet und wird von Heidelberg aus koordiniert. 25.000 Euro zahlt der Zoo Heidelberg jährlich für WAPCA, elf andere europäische Zoos steuern jeweils mindestens 1.500 Euro dazu. Mit dem Geld wird u.a. eine Auffangstation für die Tiere in Ghana finanziert, werden Wildhüter ausgebildet und Naturschutzbildung betrieben. Das Patentier von Bürgermeister Wolfgang Erichson ist ein wichtiger Botschafter seiner bedrohten Artgenossen in Afrika. Eines Bürgermeisters würdig.