Der größte Vogel der Welt im Zoo Heidelberg

Drei Strauße im Gehege stehen beieinander
Vogelstrauße in der Afrikaanlage

Drei kleine Strauße laufen über die Afrikaanlage des Zoo Heidelberg – ein Geschenk des Straußenhof Walldorf. Nach mehr als 20 Jahren sind damit wieder die größten Vögel der Welt im Zoo zu sehen – auch wenn die jungen Federwische noch gewaltig wachsen müssen, um diesen Ruf zu rechtfertigen. 

Strauße, die zunehmend als Nutztiere gehalten werden, kommen aus den Savannenlandschaften Afrikas, wo sie auch sehr karge Lebensräume bis hin zur lebensfeindlichen Namib–Wüste bewohnen. Der Nordafrikanische Strauß ist jedoch schon fast ausgestorben.

Strauße leben paarweise oder in kleinen Gruppen. Die Straußenhennen sind unscheinbar grau gefärbt, die Straußenhähne haben ein schwarz-weißes Gefieder. Lebt ein Straußenhahn mit mehreren Hennen zusammen, dann gibt es immer eine dominante Haupt- oder Lieblingshenne. Diese legt ihre Eier in das Zentrum des oft mehr als dreißig Eier umfassenden Gemeinschaftsgeleges. Dort werden sie zum einen am zuverlässigsten bebrütet und bei extremen Temperaturen beschattet und zum zweiten sind sie dort sicherer vor Eierdieben. Paviane zum Beispiel stehlen gerne Straußeneier, indem sie das brütende Tier ablenken und schnell eines der außen liegenden Eier stehen. Straußeneier wiegen etwa 1,7 kg, ihr Inhalt entspricht 24 Hühnereiern. Das Brutgeschäft übernehmen Henne und Hahn arbeitsteilig: Meist brütet die tarnfarbene Henne am Tag und der deutlich auffälligere Hahn nachts.

Wie viele andere Vögel auch, haben die Strauße im Laufe der Evolution die Flugfähigkeit verloren. Mit einem großen Körper und langen Beine ein großes Revier nach Nahrung absuchen zu können war für das Überleben wichtiger als die Fähigkeit zu fliegen. Außer den Straußen sind eine Reihe anderer Vögel denselben Weg gegangen. Emus und Nandus sind eng mit den Straußen verwandt, Pinguine haben zugunsten besserer Schwimmleistung auf das Fliegen verzichtet. Viele Rallenarten, die auf Inseln ohne Feinde leben, sind flugunfähig. Selbst unter den Kormoranen, Papageien, Enten und Tauchern gibt es flugunfähige Arten. Zwei der bekanntesten flugunfähigen Vögel sind heute ausgerottet: der Riesenalk und der Dodo konnten alle Anforderungen ihres Lebensraumes meistern - gegen die Menschen waren sie chancenlos. 

„Wir haben die Strauße überwiegend aus didaktischen Gründen in unseren Tierbestand aufgenommen“ erläutert Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann. „Das biologische Prinzip Laufvogel, die Straußenfeder, die zeigt, dass Federn nicht nur zum Fliegen gut sind, sondern auch fantastisch isolieren, die Anpassung der Straußenbeine, um 70km/h schnell laufen zu können, sind wichtige Themen für die Zooschule und alle Zoobesucher. Die biologische Vielfalt der Vögel enthält neben klassischen Bauplänen eben auch solche Sondermodelle wie den Strauß.“

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