Das Affenrevier

Silberrücken Bobo (Foto: Knigge)

Ein Besuch bei der Verwandtschaft

Der Affe (über die Besucher): „Wie gut, daß die alle hinter Gittern sind!“ (Simplicissimus). Die Besucher tragen – aus Sicht der Affen – zu einem Großteil der täglichen Unterhaltung bei. Viele der mitgebrachten Gegenstände – ein Eis, ein Sonnenschirm am Kinderwagen oder eine große Tasche – erregen immer wieder die Aufmerksamkeit der intelligenten Tiere.

Gorillas und Schimpansen gelten als die nächsten Verwandten des Menschen. Bei den Bewohnern des Menschenaffenhauses lassen sich daher viele Gemeinsamkeiten mit menschlichem Aussehen und Verhalten entdecken. Neben der Tendenz zum aufrechten Gang und dem schwanzlosen Körper ist es die besondere Beweglichkeit der Hand, die präzise Manipulationen bis hin zum gezielten Gebrauch von Werkzeugen möglich macht.


Roloway-MeerkatzenIm kleinen Affenhaus leben außerdem eine Familie Goldgelber LöwenäffchenKaiserschnurrbarttamarine und Roloway-Meerkatzen. Die Roloway-Meerkatzen zählen zu den bedrohtesten Affenarten der Welt. Fortschreitende Waldzerstörung und eine intensive Bejagung durch den Menschen haben dazu geführt, dass man in ihrem westafrikanischen Lebensraum weniger als 1000 Tiere vermutet. Im Jahr 2001 wurde auf Initiative des Zoo Heidelberg das Artenschutzprogramm WAPCA (West African Primate Conservation Action) ins Leben gerufen, das sich um den Schutz der Primatenarten in diesem Lebensraum kümmert.

 

 

Löwenäffchen Zoo HeidelbergDie Goldgelben Löwenäffchen bringen regelmäßigen gesunden Nachwuchs zur Welt. Die bis zu 33 Zentimeter großen Krallenaffen sind vor allem an ihrem goldgelb gefärbten Fell zu erkennen, dem sie ihren Namen verdanken. In ihrer Heimat, im südöstlichen Brasilien, wird ihr Lebensraum durch die Abholzung des Regenwaldes immer kleiner. Deshalb ist das Goldgelbe Löwenäffchen als „stark gefährdet“ eingestuft. Sie sind Allesfresser und ernähren sich hauptsächlich von Früchten, Blüten und Insekten. In der Natur leben die kleinen Äffchen in Gruppen, die bis zu elf Tiere umfassen können. Jedes Gruppenmitglied ist bei der Pflege des Nachwuchses beteiligt. Im Zoo Heidelberg war die Nachzucht bisher sehr erfolgreich. 

Abschied von unseren Orang-Utans

Am 3. April 2017 verließ die Orang-Utan Gruppe Heidelberg, um ein neues, großes Gehege im Zoo Pairi Daiza in Belgien zu beziehen. Der Zoo Pairi Daiza in Belgien hat extra für die Heidelberger Orang-Utans ein neues Gehege gebaut.

Die Orang-Utan-Haltung aufgeben zu müssen, trifft das Zoo-Team sehr hart. „Der Abschied von den Vieren fällt uns sehr schwer.“, erklärt Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann. „Wir sind sehr traurig, dass wir keine finanziellen Möglichkeiten haben, diesen charismatischen Tieren die Haltungsbedingungen zu schaffen, die sie benötigen. Auf der anderen Seite sind wir sehr froh, dass der Koordinator des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) mit uns zusammen einen Zoo gefunden hat, der unserer Orang-Utan-Gruppe eine vorbildliche Anlage bieten kann, in der die Tiere ihre Bedürfnisse ausleben und für die Erhaltungszucht wichtigen Nachwuchs sorgen können“. 

weitere Informationen zum Umzug der Orang-Utans

Das kleine Affenhaus

Neben den Menschenaffen ist auch eine Vielzahl anderer Affenarten im Heidelberger Zoo vertreten.

Die Hanuman-Languren, auch Hulmans, Graue oder Indische Languren genannt, zählen als Kulturfolger und heilige Tiere zu den bekanntesten Affenarten Indiens. Benannt sind sie nach Hanuman, einem indischen Gott in Affengestalt.

Unsere Hulman-Gruppe lebt im "kleinen Affenhaus", in dem auch die Goldgelben Löwenäffchen und eine Gruppe Roloway-Meerkatzen untergebracht sind.

Am Kleinen Affenhaus findet täglich um 12.00 Uhr auch die beliebte Tierpflegersprechstunde "Klein aber oho!" statt!

Die Rhesusaffenanlage

Rhesusaffen beim Futtern

Direkt am großen Spielplatz wird man von einer großen Gruppe Rhesusaffen begrüßt. Bei den flinken Affen ist immer etwas los. Kein Wunder, dass deren munteres Treiben sich bei Zoobesuchern großer Beliebtheit erfreut.

Die Tiere gehören zur Familie der Makaken. Sie sind in Asien beheimatet, vor allem im indischen Flachland, aber auch in den Gebirgswäldern des Himalayas und in den Großstädten des indischen Subkontinents. Rhesusaffen leben in Gruppen, die 10 bis 80 Tiere umfassen können. Die Gruppen bestehen gleichermaßen aus Männchen und Weibchen.
Da sich viele Rhesusaffen in der näheren Umgebung des Menschen angesiedelt haben, haben sie ihr Fressverhalten angepasst. Bewirtschaftete Felder, Gärten und Mülleimer sind die idealen Nahrungsquellen für die kleinen Allesfresser. Die Nahrung besteht vorwiegend aus Früchten, Samen, Blüten und Kräutern, aber auch Insekten, Eier und Pilze sind eine gern gesehene Abwechslung.

Das alte Rhesusaffengehege wurde im August 2012 aufwendig saniert und begrünt. Für die Rhesusaffen und die Besucher präsentiert sich die neugestaltete Anlage äußerst gelungen: Frisches Grün statt Betongrau ist jetzt die dominierende Farbe und die Rhesusaffen haben die neue Umgebung begeistert angenommen. Es macht Laune, die Tiere beim wilden Schaukeln in den Astkronen zu beobachten und ihre große Freude am frischen Rasen zu erleben, der ihnen sichtlich mundet.

Unsere Gorillagruppe

Silberrücken Bobo und ZsaZsa (Foto: Medan)

Im Heidelberger Zoo lebt eine Gruppe von vier erwachsenen Gorillas. Der stattliche Silberrücken Bobo führt eine Gruppe aus drei Weibchen – N’Gambe, Shaila und ZsaZsa.

Ein kleiner Gorilla geht auf Reisen

Gorillajunge Kwame, geboren im Juni 2011, ist der Sohn von Bobo und N'Gambe. Im Oktober 2016 ist Kwame in den Zoo Rostock umgezogen. Dort lebt er in einer neuen Gorillagruppe, die aus einem schon betagten 43-jährigen Silberrücken und aus drei jüngeren Weibchen im Alter von 8 bis 15 Jahren besteht. 

Unsere Schimpansengruppe

Innerhalb der 4-köpfigen Schimpansengruppe sind die Damen Heidi (geboren 1971) und Susi (geboren 1972) sowie Lulu (geboren 1973) und Conny (geboren 1974) freundschaftlich verbunden. Lulu zeichnet sich durch ihre helle Färbung aus, Heidi ist am korpulentesten gebaut. Conny ist ein Westlicher Schimpanse und in den Augen der Tierpfleger besonders intelligent. Auf der Anlage leben die vier "alten Damen" nach dem Tod des letzten männlichen Schimpansen alleine und dürfen hier ihren Lebensabend verbringen.

Schimpansen leben in West- und Äquatorial Afrika und erreichen eine Größe von zirka 1,0 m bis 1,50 m. Männchen wiegen ca. 50 kg und Weibchen ca. 35 kg. Im Zoo können sie ein Alter von etwa 50 Jahren erreichen. Schimpansen leben in lockeren Gemeinschaften von 20 bis 60 Individuen beiderlei Geschlechts und allen Altersgruppen zusammen.

Die meiste Zeit des Tages verbringen sie mit der Futtersuche und Fressen. Hauptsächlich ernähren sie sich von Früchten und Blättern und nur gelegentlich fressen sie Fleisch oder Insekten. Zum Schlafen bauen sie sich meistens Nester in Bäumen. In den letzten 33 Jahren sind die Populationen der Schimpansen stark zurückgegangen. Die Verwundbarkeit der Schimpansen wird durch ihre langsame Reproduktion verstärkt, die ein rasches Wachstum der Populationen verhindert.