Das Elefantenhaus

Vier Elefanten beim Baden im Zoo Heidelberg

Unsere jungen Wilden

Der Zoo Heidelberg hält derzeit die einzige Gruppe junger asiatischer Elefantenbullen in Deutschland. Diese Haltungsform hat gute Gründe: Männliche Elefanten werden - ob in freier Wildbahn oder im Zoo - im Alter von etwa 4-5 Jahren aus ihrer Geburtsgruppe heraus gedrängt. In diesem Alter sind sie aber noch zu jung, um von den Kühen als Zuchtpartner akzeptiert zu werden. Damit diese jungen Bullen in der Zwischenzeit in einer natürlichen Sozialstruktur aufwachsen können, leben sie für einige Jahre bei uns in Heidelberg. Wie in freier Wildbahn auch, lernen die jungen männlichen Elefanten das so wichtige Gruppenverhalten. Wenn sie dann alt genug sind, können sie in einem anderen Zoo eine Zuchtgruppe übernehmen.

Von den „Gründungsmitgliedern“ der Heidelberger Jungelefantenbullen-WG lebt aktuell noch Tarak in Heidelberg.

Gandhi, der damals fünfjährige Bulle aus dem Zoo Kopenhagen, kam am 1. April 2011 in die Gruppe. Mit Gandhi beging der Heidelberger Zoo eine Weltpremiere in der tiergärtnerischen Elefantenhaltung. In keinem anderen europäischen Zoo wurde bis dahin das Experiment gewagt, einen jungen Elefantenbullen in eine bereits bestehende Jungbullengruppe zu integrieren. Bereits zwei Tage später wurden die Elefanten zum ersten Mal gemeinsam auf die Außenanlage gelassen. Das Projekt verlief von Anfang an sehr gut und hat sich gut bewährt. Gandhi ist inzwischen der Leitbulle der Elefantengruppe und in den letzten Jahren fanden weitere Wechsel in der Jungbullengruppe statt:

Der Platz, den Thai 2014 mit seinem Umzug nach Zürich freimachte, wurde mit Khin Yadanar Min besetzt.

Auch der jüngste Zuwachs, Ludwig, der 2015 für Voi Nam kam, hat sich mittlerweile gut eingelebt.


Aktuelles: 

Die Elefantenbullen-WG vom 17.02.16, SWR

Die Heidelberger Halbstarken, WO SONST

Die Bewohner der Jungbullen-WG


Wohnen im Elefantenhaus

Das Haus der Junggesellen-WG

Das Elefantenhaus (500 qm)  trägt den vielfältigen Bedürfnissen der Tiere Rechnung. In diesem finden die Jungen Wilden unter anderem

  • einen großen Innenpool (das Badebecken umfasst 50.000 Liter)
  • eine beheizte „Sporthalle“ mit Sandboden und vielfältigen Beschäftigungsmöglichkeiten
  • Boxen: eine Box mit 60 qm, 2 Boxen à 40 qm, 1 Box mit 30 qm, Zugang zur
  • 2000 qm großen Außenanlage mit Badebecken und zahlreichen Beschäftigungs- und Rückzugsmöglichkeiten

So halten wir unsere Elefanten

Die Haltung unserer Elefanten erfolgt im „geschützten Kontakt“ (Protected Contact). Der Heidelberger Zoo hat sich aus zwei Gründen für dieses Haltungssystem entschieden: Zum einen ist es für die Psyche der Tiere besser, wenn sie sich nicht dem Willen des Menschen unterzuordnen haben und der Pfleger das Tier als Alphatier dominiert. Zum anderen gelten pubertierende Elefantenbullen als sehr gefährlich im direkten Kontakt. Beim Erreichen der Geschlechtsreife muss man aus Sicherheitsgründen dann auch in den geschützten Kontakt übergehen. Geschützt ist der Pfleger, wenn zwischen Tier und Mensch eine Barriere ist, so dass der Elefant den Pfleger mit dem Rüssel oder anderen Körperteilen nicht verletzen kann. Die Tiere lernen, mit einem Pfleger zusammenzuarbeiten, der immer durch ein Gitter von Ihnen getrennt ist. Die Erfahrungen in anderen Zoos haben gezeigt, dass eine sehr gute Versorgung der Tiere im „geschützten Kontakt“ möglich ist.

Das fressen unsere Elefanten

Die jungen Heidelberger Elefantenbullen fressen außer einer Menge Heu auch Kartoffeln, Rüben und Getreide. Zur Beschäftigung stehen ihnen neben dem großen Wasserbecken auch starke Äste zur Verfügung, die sie mit ihrem sensiblen Rüssel und den kräftigen Zähnen in wenigen Stunden in kleine Teile zerlegen können. Nicht zu vergessen ist auch die Beschäftigung der Tiere durch ihre Pfleger, zu denen sie im Laufe der Zeit eine sehr starke Beziehung aufbauen.

Wie wir Gandhi, Tarak, Khin Yadanar Min und Ludwig trainieren

Das Training der Elefanten im geschützten Kontakt beruht auf dem Prinzip der positiven Verstärkung. Das bedeutet, dass das Training auf der freiwilligen Mitarbeit des Tieres basiert. Das pflege- und zeitintensive Training ist wichtig, um die medizinische Versorgung der Tiere zu gewährleisten und um diese klugen Tiere mental fit zu halten.