Balistare im Zoo Heidelberg: Hoffentlich bald reif für die Insel!

Balistar im Zoo Heidelberg, Foto von Thomas Bersch

Heidelberg, 20. Februar 2013, S. Richter  Die Erhaltung vieler vom Aussterben bedrohter Tierarten ist langfristig nur mit der Hilfe engagierter Zoos möglich. Die Europäischen Erhaltungszuchtprogramme verschreiben sich neben der gezielten und koordinierten Zucht von Zootieren auch dem Schutz solcher bedrohter Arten. Nachzuchten aus Zoos werden im Rahmen dieser Programme wieder ausgewildert, um die Populationen in ihrer natürlichen Umgebung zu unterstützen. Auch für den Balistar, eine ausgesprochen attraktive Vogelart, die nur auf der zu Indonesien gehörenden Insel Bali beheimatet ist, gibt es ein Europäisches Erhaltungszuchtprogramm, das vom Kölner Zoo koordiniert wird.

Nur wenige Zoos in Deutschland können ihren Besuchern die Chance bieten, diese schöne Vogelart zu bestaunen. Nun hat ein junges Pärchen dieser seltenen Starenart im Zoo Heidelberg ein neues Zuhause gefunden. Das Männchen wurde 2011 im Zoo Wuppertal geboren, das Weibchen 2010 in Zoo Pilsen. Die bis zu 25 Zentimeter großen und nur zirka 100 Gramm schweren Vögel wirken durch ihr schneeweißes Gefieder, das an der Schwanz- und den Flügelspitzen schwarz gesäumt ist, sehr edel. Mit ihrer schillernd blauen „Maske“, die vom Schnabelansatz bis zur Augenpartie die weißen Federn ersetzt, ziehen sie die Zoobesucher in kürzester Zeit in ihren Bann. Noch imposanter erscheinen die Tiere während der Balz, denn dann stellen sie die Federhaube auf ihrem Kopf und zeigen sich in voller Pracht.

Hoffentlich können in Heidelberg bald balzende Balistare beobachtet werden, denn dann stehen die Chancen gut, dass der Zoo Heidelberg sich mit Nachzuchten an der Arterhaltung beteiligen kann. Der Balistar ist für die Wissenschaft eine relativ neue Tierart, erst im frühen 20. Jahrhundert wurde er entdeckt. In freier Wildbahn ist das Tier hochgefährdet, es gibt nur noch wenige Dutzend dieser Vögel. Die stärkste Bedrohung des Balistares geht vom Menschen aus. Illegaler Tierhandel und die Vernichtung des ohnehin schon begrenzten Lebensraumes der Vögel verhindern die Ausbreitung der Population. Sein prachtvolles Äußeres macht ihn zu einem begehrten Käfigvogel und zu einer Art Statussymbol, denn er erzielt enorm hohe Schwarzmarktpreise. Der Balistar ist zwar heute durch indonesische Gesetze geschützt und im Nordwesten der Insel wurde ein speziell zum Schutz der Tiere der Bali-Barat-Nationalpark gegründet. Wichtig für das Überleben einer ausreichend großen Population der Vögel ist aber auch die Aufklärungsarbeit von Zoos und Naturschutzverbänden vor Ort und der Ausbau von Ranger-Gruppen zur Bewachung der Vögel in Freiheit und in den Zuchtstationen.