Ausstellung im Heidelberger Zoo: Jacklyn Gratzfeld – Der indonesische Regenwald

Jacklyn Gratzfeld: Orang-Utan Jungtier

Heidelberg, 21. Februar 2011 / Richter. Ab dem 27. Februar 2011 präsentiert der Heidelberger Zoo Ölgemälde, Pastelle und Radierungen der amerikanischen Künstlerin Jacklyn Gratzfeld. Die Ausstellung im Afrikahaus zeigt ausdrucksstarke Impressionen von Orang-Utans, Tigern, Vögeln, Schmetterlingen und dem einzigartigen Regenwald des größten Inselstaates der Welt. Jacklyn Gratzfeld möchte aber nicht nur die Schönheit der Lebewesen und des Regenwaldes portraitieren. Sie engagiert sich ebenso für deren Schutz. Die Regenwälder Indonesiens werden so schnell vernichtet wie in keinem anderen Land der Welt. Mit verheerenden Folgen für das Weltklima und die biologische Vielfalt: Der Archipel hat derzeit die längste Liste an vom Aussterben bedrohten Arten.
Am Sonntag, den 27. Februar um 11.00 Uhr hält Jacklyn Gratzfeld in der Zooschule einen bebilderten Vortrag über den indonesischen Regenwald und seine Bewohner. Im Anschluss wird um 12.00 Uhr die Ausstellung im Afrikahaus eröffnet. Ein Stand der Naturschutzorganisation „BOS Deutschland“ begleitet die Ausstellungseröffnung mit vielen Informationen zum Schutz der Orang-Utans. Zoobesucher sind herzlich dazu eingeladen.
Ein Großteil ihrer Gemälde entstand auf einer Reise im Frühjahr 2010. Jacklyn Gratzfeld besuchte den Regenwald in Kalimantan und die Orang-Utan Auffangstation „Nyaro Mentang“ der „Borneo Orangutan Survival Foundation“ (BOS). Dort hatte sie eine Sondergenehmigung, 200 Orang-Utans zu zeichnen und zu fotografieren. Die „BOS Foundation“ ist die größte Primatenschutzorganisation der Welt, mit derzeit rund 900 Orang-Utans in ihrer Obhut. BOS rettet wilde, meist erwachsene Orang-Utans aus Palmölplantagen und bereitet aus Privathaltung beschlagnahmte, meist junge Orang-Utans auf ihre Auswilderung vor. Zwar gibt es seit Jahrzehnten in Indonesien ein Gesetz, das die Jagd, den Handel und den Besitz geschützter Arten verbietet. Und auch international sind Orang-Utans geschützt. Trotzdem ist beides weiterhin ein großes Problem, denn durch die Brandrodungen und den Anbau von Palmölplantagen wird der der Lebensraum für Tiere und Menschen rasend schnell zerstört. Das Öl, das dort produziert wird, kommt auch in Deutschland an: In Shampoo, Margarine oder Seife. Besonders die gestiegene Nachfrage nach Biodiesel als vermeintlich ökologisch nachhaltiger Treibstoff hat Indonesien dazu veranlasst, weitere Flächen mit Ölpalmen zu bepflanzen. Noch immer werden dafür Waldflächen gerodet.