Ausflüge ins Grüne: Sumatratiger Asim hat sich gut eingelebt

Prächtiger Tigerkater Asim, schönes Foto von Heidrun Knigge

Heidelberg, 25. Juli 2012, S. Richter  Sumatratiger „Asim“ geht es sichtlich gut. Der junge Tiger, der vor etwa einem Monat im Zoo Heidelberg angekommen ist, durfte diese Woche bei strahlendem Sonnenschein zum ersten Mal durch die großzügige Außenanlage des Tigergeheges streifen. Neugierig und ganz entspannt erkundete der junge Kater jeden Winkel der grünen Anlage, bevor er sich, etwas müde von den vielen neuen Eindrücken, aber sichtlich zufrieden, im Schatten der dichten Bambussträucher niederließ. Doch wie alle (Tier-) Kinder hielt es auch den einjährigen Asim nicht lange tatenlos am Boden – nach einer kurzen Ruhepause setzte er seine Erkundungstour fort und ließ sich dabei wunderbar durch die Glasscheiben der beiden Pavillons am Außengehege beobachten.
Die ersten Wochen im Zoo Heidelberg verbrachte Asim in seinem Innengehege des Raubtierhauses, um ihn behutsam an seine neue Umgebung und Pfleger zu gewöhnen. Zusätzlich hatte Asims „Nachbarin“, die alteingesessene Tigerdame „Kim“, den alleinigen Anspruch auf die Nutzung des Außengeheges. „Wir gehen da ganz mit dem Tempo des Tieres. Asim sollte so viel Zeit bekommen, wie er braucht, um sich an unbekannte Eindrücke, Geräusche und Gerüche zu gewöhnen“, erklärt Jörg Kubacki, Leiter des Robben- und Raubtierreviers. Seine über 30-jährige Erfahrung mit Raubtieren gibt ihm Recht. Von Tag zu Tag wurde der junge Tiger selbstsicherer und nachdem „Kim“ vergangene Woche schließlich in ihr neues Zuhause, den Zoo Ålborg, umgezogen ist, stand Asims Eroberung des großen Außenbereichs nichts mehr im Wege. Zunächst lernte er das kleinere „Spielzimmer“ der Außenanlage kennen, das neben vielen Klettermöglichkeiten auch etliche Utensilien zur Beschäftigung, wie Bälle oder Schaukeln, bereithält. Nun kann Asim auch den großen Dschungelbereich des Außengeheges für sich entdecken, der viele Rückzugsmöglichkeiten und sogar einen eigenen Bachlauf bietet. Hier kann Asim nach Herzenslust umherstreifen oder in der Sonne dösen.
Lange wird Asim aber nicht mehr alleine sein. Bald wird ihm eine junge Tigerdame aus dem Zoo Chester in England Gesellschaft leisten. Mit dem jungen Tigerpärchen möchte der Zoo Heidelberg dazu beitragen, diese schönen und seltenen Tiere zu erhalten.

In europäischen Zoos leben nur etwa 100 Sumatra-Tiger, die alle in einem Zuchtbuch des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms zentral geführt werden. Auf diesem Weg wird Nachzucht und der Austausch zwischen den einzelnen Zoos organisiert. Sumatra-Tiger kommen, wieder Name schon sagt, von der indonesischen Insel Sumatra. Sie sind die kleinste und dunkelste Unterart des Panthera tigris, wie der Tiger wissenschaftlich genannt wird. Der Bestand des Sumatra-Tigers wird in seinem natürlichen Lebensraum nur noch auf 400 bis 500 Tiere geschätzt. Er gilt als stark bedroht. Neben der Zerstörung seines Lebensraumes – ein großer Teil des Regenwaldes fällt Plantagen für die Produktion von Palmöl zum Opfer – ist die Wilderei Hauptursache für den Rückgang des Bestandes. Leider verspricht der Handel mit den verschiedenen Körperteilen des Tigers, die in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) verwendet werden, riesige Gewinne.