Artenschutz-Zentrum für Feldhamster im Zoo Heidelberg eröffnet

Feldhamster (Foto: Uli Weinhold)
Feldhamster (Foto: Uli Weinhold)

Mehr Platz für Feldhamster bietet die neue Zuchtstation im Zoo Heidelberg, die Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann gemeinsam mit Regierungspräsidentin Nicolette Kressl am 7. April 2017 einweihte.

Für Regierungspräsidentin Kressl ist der Feldhamsterschutz mehr als der Schutz von nur einer bedrohten Tierart: „Der Feldhamster steht stellvertretend für die ganze Lebensgemeinschaft der vielfältigen Agrarlandschaft. Dort wo es dem Feldhamster gut geht, fühlen sich auch Feldhase, Rebhuhn und Bienen wohl.“

Die Feldhamsterzuchtstation im Heidelberg Zoo ist Teil der Artenschutzprogramme der Stadt Mannheim und des Landes Baden-Württemberg. Pro Jahr sollen hier rund 170 Feldhamster gezüchtet werden. Die Nachzuchten werden auf landwirtschaftlichen Flächen in Mannheim in den Bereichen Bösfeld, Mühlfeld, Straßenheim, Seckenheim und Suebenheim wieder angesiedelt.

Durch Infrastrukturprojekte und Veränderungen in der Landbewirtschaftung stand der Feldhamster in Baden-Württemberg kurz vor der Ausrottung. Um die letzten Bestände zu stützen und um verwaiste Flächen wieder zu besiedeln, wurde eine Feldhamsterzucht erforderlich. Mit einem ausgeklügelten Zuchtplan wird darauf geachtet, dass die genetische Vielfalt in der Hamsterpopulation erhalten bleibt.

Bereits seit 2004 werden im Heidelberger Zoo Feldhamster gezüchtet. Neue Vorgaben für die Tierhaltung in Zoos und eine Ausweitung der Zucht haben eine neue Zuchtstation erforderlich gemacht. Da die Tiere bei der Zucht Ruhe benötigen, findet diese abseits der Besucherströme statt. Mit etwas Glück können Zoobesucher aber das Verhalten der Feldhamster in einem speziellen Schaugehege im Zoo live beobachten.

Neben der Zucht und Wiederansiedlung setzt das Artenschutzprojekt Feldhamster daher vor allem bei den Lebensräumen der Feldhamster an: In einem Projektgebiet rund um Mannheim fördert das Land Baden-Württemberg eine feldhamsterfreundliche Bewirtschaftung von Ackerflächen. Für verschiedene Vertragsmodelle können Landwirte Ausgleichssätze von über 1000 € pro Hektar erhalten.

Ziel ist es, dass die durch Straßen zerschnittenen landwirtschaftlichen Flächen wieder besser miteinander vernetzt werden. Nach und nach sollen in den kommenden Jahren Kleintierdurchlässe unter Straßen gebaut werden, durch die die Feldhamster gefahrlos zwischen verschiedenen Flächen hin- und herwechseln können.

Informationen zu Vertragsfragen zur Förderung des Feldhamsters hat das Regierungspräsidiums Karlsruhe auf einem Faltblatt zusammengestellt, das unter folgendem Link auf der Internetseite des Regierungspräsidiums heruntergeladen werden kann: https://rp.baden-wuerttemberg.de/Themen/Natur/Artenschutz/Documents/rpk56_artsch_feldhamster.pdf